shout out louds@astra

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„i’m sorry – i got excited…“ entschuldigt sich adam olenius, als nach der ersten zugabe („please please please“) das mikrofon ins publikum fällt, weil er den mikroständer einhändig über dem bühnenrand balanciert hat, um den fan-chor in voller lautstärke einfangen zu können. eine sympathische mischung aus peinlich berührt sein über die eigene übertriebene geste und sorge, er könne teures equipment beschädigt haben… trotzdem auch verständlich, dass der mann sich hinreißen ließ, denn das publikum im astra ist außerordentlich wohlwollend gestimmt und feiert die shout out louds zu diesem zeitpunkt bereits seit einer stunde mit überbordendem enthusiasmus.

die shout out louds würdigen die gute stimmung nach jedem zweiten song mit lob und komplimenten an berlin und die menschen im saal. berlin sei immer eine ganz besondere station für sie, man habe der stadt viel zu verdanken. im gegenzug geben die fünf schweden schon zum zweiten mal in diesem jahr alles: sänger adam wirft schon vor dem zweiten stück („tonight i have to leave it“ *) den pulli von sich, den er zu konzertbeginn noch über die schultern geschlungen hatte.

es dauert nur wenige songs, bis das hemd darunter schweißnass ist; es ist kuschelig warm im astra. und ein kuscheliges, vertrautes gefühl hält den ganzen abend über vor – das konzert mutet an wie ein großes familientreffen. man hat sich eine weile nicht gesehen, kennt sich aber so gut, dass jeder jedem sofort in die arme fällt.

die band spielt fast ausschließlich eine greatest hits-auswahl und trifft damit die publikumserwartung perfekt; die fans sind bei diesem repertoire absolut textsicher und tanzwillig. es ist ein konzert, von dem alle beteiligten zufrieden nach hause (oder ins hotel) gehen und berlin hat seinen lieblingsschweden einmal mehr bewiesen, dass sie hier immer willkommen sind. nicht ohne grund liest man derzeit in der tourankündigung auf der bandseite die eindeutige liebeserklärung: „germany – you’ve had us many times before but we depend on your familiar embrace and hope to marry you some day…“





* „tonight i have to leave it“ may quite possibly be one of the best songs ever.

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