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Konzertwochenende in Berlin, zweiter Teil. Nachdem mich Calexico gestern sehr euphorisch gestimmt haben, stelle ich mir die Frage: Können Interpol da mithalten? Ihr letztes Album „Interpol“ gefällt mir sehr gut, aber wie klingen die neuen Stücke live?

Das Konzert ist seit Monaten ausverkauft, ein Freund war jedoch so nett, mir seine Karte für den Innenraum zu überlassen, ich kann also bei den beinharten Fans stehen. Die New Yorker beginnen mit „Success“ (erster Song der neuen Platte, man kennt das) und ich muss leider feststellen, dass der Sound ziemlich mies ist. Der Bass und das Schlagzeug sind viel zu laut, dafür höre ich kaum Gitarren und nur wenig Gesang. Mit „Say hello to the angels“ vom ersten Album „Turn on the bright lights“ folgt gleich eins meiner Lieblingsstücke und zu meiner Erleichterung klingt es auch viel besser und ich kann genüsslich abtanzen. So ähnlich läuft dann das ganze Konzert: die alten Songs rocken, die neue Songs klingen (bis auf „Barricade“) einfach zu überladen und breiig. Schade.

Das Publikum feiert Interpol dennoch begeistert und der nicht gerade als Mitklatschanimateur verschrieene Sänger Paul Banks lässt sich überraschenderweise gerade dazu hinreißen und macht auch noch ein paar schmeichelhafte Bemerkungen über die Stadt (fucking cool), die Leute (beautiful) und das Venue (auch beautiful). Fazit: Vielleicht nicht gerade ihr bestes, aber dennoch sehenswertes Konzert und mit „PDA“, „NYC“ und „Not even jail“ waren all meine Favoriten auf der Setlist. Interpol: Wir sehen uns im März.

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